Sommer-Whisky – Zu heiß für Whisky? Nicht für diese 5 Flaschen


Zu heiß für Whisky? Nicht für diese 5 Flaschen

Whisky im Sommer? Genau da beginnt das Vorurteil! Sobald die Temperaturen steigen, verschwinden bei den meisten Menschen zuerst die schweren Getränke aus dem Kopf. Rotwein wird gegen Weißwein getauscht, aus Espresso Martini wird Aperol Spritz und Whisky? Klingt nach Kaminfeuer, schweren Sesseln und Novemberregen. Aber genau das ist der Denkfehler.

Whisky hat bis heute dieses Image eines Wintergetränks. Zu schwer, zu stark, zu warm. Etwas, das man langsam in einer Bar trinkt, während draußen schlechtes Wetter gegen die Fensterscheiben schlägt. Und sind wir mal ehrlich, viele Whiskys erfüllen genau dieses Klischee auch ziemlich gut.

Ein torfiger Islay-Whisky bei 32 Grad in der Sonne? Kann sich schnell anfühlen, als würde man Lagerfeuer trinken. Aber genau darin liegt der Denkfehler.

Denn Whisky ist längst nicht immer schwer, rauchig oder intensiv. Manche Flaschen sind überraschend weich, fruchtig und frisch. Vor allem dann, wenn man sie nicht streng pur aus einem schweren Tumbler trinkt, sondern als Highball, Whisky Sour oder mit Ginger Ale auf viel Eis.

Eigentlich ist es ähnlich wie beim Wein. Nicht jeder Rotwein passt in den Hochsommer. Aber das bedeutet nicht, dass Wein generell zu schwer für Hitze ist. Und genau so ist es auch mit Whisky. Die richtigen Flaschen können im Sommer plötzlich etwas sein, womit niemand rechnet. Nicht überfordernd, nicht elitär, sondern einfach verdammt angenehm an einem warmen Abend.

Hier sind meine fünf Sommer-Whiskys für alle, die bisher überzeugt waren, dass Whisky und Sommer nicht zusammenpassen.

Monkey Shoulder – Der unkomplizierte Sommer-Whisky

Es gibt Whiskys, die wollen beeindrucken. Mit allem was dazu gehört! Mit Rauch, mit Schärfe, mit komplizierten Aromen. Und dann gibt es Monkey Shoulder. Ein Whisky, der einfach sofort sympathisch wirkt.

Genau deshalb ist er wahrscheinlich einer der besten Einstiege für Menschen, die bisher überzeugt waren, dass Whisky im Sommer nichts verloren hat. Denn Monkey Shoulder fühlt sich nicht schwer und nicht zu streng. Ich bin der Meinung er passt perfekt in den Sommer.

Geschmacklich ist er weich und rund, mit viel Vanille, etwas Honig, reifen Früchten und einer angenehmen malzigen Süße. Kein dominanter Rauch, keine trockene Holzkeule, wobei das nicht böse gemeint oder schlecht ist. Es passt halt einfach nur nicht in einen sommerlichen Abend. Aber bei warmen Temperaturen brauchen wir einen Stil, der überraschend leicht wirkt, besonders auf Eis.

Das Spannende ist: Monkey Shoulder funktioniert im Sommer weniger als klassischer „Sipping Whisky“, sondern viel mehr als Basis für richtig gute Highballs und Longdrinks.

Und genau dort entfaltet er plötzlich etwas, womit viele bei Whisky nicht rechnen: Frische.

Mit Ginger Ale bekommt er eine leichte Würze, mit Orange wirkt er fast schon tropisch. Plötzlich trinkt man keinen „schweren Scotch“ mehr, sondern einen Drink, der perfekt zu warmen Abenden auf dem Balkon passt.

Man muss hier kein Experte für Whisky sein. Man muss keine Aromenliste herunterbeten können. Man braucht nur Eiswürfel und einen freien Sommerabend.

Monkey Ginger – Der perfekte Einstieg für Whisky-Skeptiker

Ein Glas des Monkey Ginger Cocktails mit Sommer-Whisky.

Zutaten:

  • 5 cl Monkey Shoulder
  • Ginger Ale
  • viel Eis
  • 1 Orangenzeste oder eine Orangenscheibe

Zubereitung:

Ein großes Glas komplett mit Eis füllen. Monkey Shoulder eingießen und mit Ginger Ale auffüllen. Danach kurz umrühren und mit einer Orangenzeste garnieren.

Das Ergebnis ist überraschend leicht: süß, frisch, leicht würzig und gefährlich unkompliziert zu trinken. Wenn es einen Whisky gibt, der Menschen im Hochsommer plötzlich zu Whisky-Fans macht, dann wahrscheinlich dieser.

Nikka Days – Leicht, elegant, fast gefährlich easy

Es gibt Whisky, die laut sind. Sie schreien einen förmlich aus dem Regal an. Und dann gibt es Nikka Days.

Dieser Whisky schreit nicht nach Aufmerksamkeit. Er kommt nicht mit Rauch, massiven Holznoten oder dem Gefühl, dass man sich erst „hineintrinken“ muss. Stattdessen passiert hier etwas ganz anderes. Er wirkt vom ersten Schluck an leicht, weich und unglaublich entspannt. Fast ein bisschen zu entspannt. Denn genau das macht Nikka Days im Sommer so gefährlich gut.

Japanische Whiskys haben oft diese besondere Eleganz, weniger Wucht und mehr Balance. Und Nikka Days ist wahrscheinlich eines der besten Beispiele dafür. Florale Noten, etwas Birne, ein wenig Zitrus, dazu diese sanfte Süße, die nie schwer wird. Und genau deshalb funktioniert er perfekt bei warmem Wetter.

Während manche Whiskys im Sommer fast „zu viel“ werden, bleibt Nikka Days erstaunlich klar und frisch. Vor allem dann, wenn man ihn so trinkt, wie man es in Japan seit Jahren macht: als Highball.

Der japanische Highball ist eigentlich die perfekte Antwort auf das Whisky-Sommer-Vorurteil. Viel Eis, kaltes Sodawasser, ein leichter Whisky, fertig! Kein komplizierter Cocktail, sondern etwas, das gleichzeitig elegant und brutal erfrischend wirkt.

Und plötzlich versteht man, warum Whisky in Tokio auch im Hochsommer funktioniert.

Das ist kein Whisky, den man analysiert. Das ist ein Whisky, den man an einem warmen Abend plötzlich viel schneller austrinkt als geplant.

Nikka Days Highball – Minimalistisch, frisch und perfekt für heiße Abende

Ein Glas des Nikka Days Highball Cocktail.

Zutaten:

  • 5 cl Nikka Days
  • sehr kaltes Sodawasser
  • viel Eis
  • Zitronenzeste

Zubereitung:

Ein hohes Glas komplett mit Eis füllen und kurz vorkühlen. Nikka Days eingießen und vorsichtig mit kaltem Sodawasser auffüllen. Langsam umrühren, damit die Kohlensäure erhalten bleibt. Zum Schluss eine Zitronenzeste über dem Glas ausdrücken und dazugeben.

Der Drink ist leicht, trocken, spritzig und unglaublich smooth. Das hier ist der Whisky für Menschen, die eigentlich behaupten, lieber Gin Tonic zu trinken.

Glenmorangie X

Der Whisky, der ausdrücklich fürs Mixen gemacht wurde. Viele Whisky-Fans haben lange so getan, als gäbe es nur eine „richtige“ Art, Whisky zu trinken: pur, ohne Eis und am besten mit nachdenklicher, ernster Miene. Glenmorangie X interessiert das ziemlich wenig.

Und genau das macht ihn so spannend für den Sommer. Denn dieser Whisky wurde tatsächlich mit einem klaren Gedanken entwickelt: Er soll gemixt werden. Nicht versteckt, nicht „verwässert“, sondern bewusst als Grundlage für leichte, frische Drinks funktionieren.

Das merkt man sofort. Während klassische Single Malts oft sehr komplex oder schwer wirken, geht Glenmorangie X in eine ganz andere Richtung: cremig Vanille, etwas Pfirsich, Zitrusnoten und eine fast tropische Fruchtigkeit, die im Sommer extrem gut funktioniert.

Denn Glenmorangie X nimmt diesem ganzen Whisky-Thema die Schwere. Man muss keine Tasting Notes studieren und darüber diskutieren, aus welchem Fass welche Nuance kommt. Der Whisky will einfach Drinks liefern, die Spaß machen.

Vor allem mit Tonic passiert etwas Überraschendes. Die fruchtigen Noten werden frischer, die Süße bleibt angenehm weich und plötzlich bewegt sich der Drink irgendwo zwischen Whisky-Cocktail und Sommer-Aperitif.

Genau deshalb passt Glenmorangie X perfekt in diesen Beitrag. Er ist kein Whisky trotz Sommer, sondern fast schon Whisky wegen Sommer.

Whisky & Tonic mit Glenmorangie X – Der wahrscheinlich unkomplizierteste Scotch-Drink für heiße Tage

Ein Glas des Whisky Tonic mit Glenmorangie X steht auf einem Tisch.

Zutaten:

  • 5 cl Glenmorangie X
  • Tonic Water
  • viel Eis
  • 1 Scheibe Grapefruit
  • optional etwas frische Minze

Zubereitung:

Ein großes Glas großzügig mit Eis füllen. Glenmorangie X eingießen und mit kaltem Tonic Water auffüllen. Kurz umrühren und mit Grapefruit sowie etwas Minze garnieren.

Das Ergebnis ist frisch, leicht bitter, fruchtig und deutlich sommerlicher, als man es von Scotch erwarten würde. Wenn Gin Tonic und Single Malt einen Sommerurlaub zusammen verbringen würden, würde wahrscheinlich genau dieser Drink dabei herauskommen.

Jameson Black Barrel

Für alle, die es etwas intensiver mögen, denn nicht jeder Sommerdrink muss ultraleicht sein. Manchmal will man trotzdem etwas mit mehr Tiefe. Etwas Wärmeres. Einen Drink, der eher nach goldenem Sonnenuntergang aussieht als nach Poolparty. Genau dort kommt Jameson Black Barrel ins Spiel.

Während viele Sommer-Whiskys vor allem auf Frische setzen, bringt dieser Irish Whiskey etwas mehr Charakter mit, aber ohne dabei schwer oder anstrengend zu werden. Durch die stärker ausgebrannten Fässer bekommt er deutlich mehr Vanille, Karamell und diese leicht geröstete Süße, die fast ein bisschen an gebrannte Marshmallows erinnert.

Aber weil er typisch irisch und trotzdem weich und rund bleibt, funktioniert er erstaunlich gut bei warmen Wetter. Vor allem in Cocktails. Jameson Black Barrel ist so ein Whisky, der am Abend plötzlich perfekt wirkt. Wenn die Hitze langsam verschwindet, Musik läuft und aus einem schnellen Nachmittagsdrink langsam ein längerer Abend wird.

Er hat genug Tiefe, damit der Drink spannend bleibt, aber nie so viel Wucht, dass er erschlägt.

Besonders gut zeigt sich das in einem Whisky Sour. Denn genau dort treffen die warmen Vanille- und Holznoten auf frische Zitrone und eine angenehme Süße. Das Ergebnis ist gleichzeitig sommerlich und erwachsen. Frisch, aber nicht belanglos.

Jameson Black Barrel Whisky Sour – Klassisch, frisch und perfekt für lange Sommerabende

Ein Glas des Jameson Black Barrel Whisky Sour.

Zutaten:

  • 5 cl Jameson Black Barrel
  • 3 cl frischer Zitronensaft
  • 2 cl Zuckersirup
  • Eiswürfel
  • optional: Eiweiß für eine cremige Textur
  • Zitronenzeste oder Cocktailkirsche

Zubereitung:

Alle Zutaten zusammen mit Eis kräftig shaken. Wer Eiweiß verwendet, kann vorher einen kurzen Dry Shake ohne Eis machen. Anschließend in ein Glas mit frischem Eis abseihen und mit Zitronenzeste oder Cocktailkirsche garnieren.

Der Drink ist frisch, leicht cremig und verbindet sommerliche Säure mit warmen Karamellnoten.

Aberfeldy 12 – Der entspannte Terrasse-im-Sonnenuntergang-Whisky

Nicht jeder Sommer-Whisky braucht Tonic, Ginger Ale oder Soda. Manche funktionieren einfach genau so, wie sie sind. Vorausgesetzt, sie bringen die richtige Art von Leichtigkeit mit. Und genau das macht Aberfeldy 12 so gut.

Dieser Whisky ist weich, honigsüß und floral, ohne jemals schwer zu wirken. Kein aggressiver Rauch, keine trockene Würze, kein Whisky, der Aufmerksamkeit einfordert. Stattdessen wirkt er fast gemütlich. Elegant, aber komplett unkompliziert. Es ist genau die Art von Whisky, die man an einem langen Sommerabend trinkt, wenn die Luft langsam kühler wird und niemand mehr auf die Uhr schaut.

Geschmacklich bringt Aberfeldy 12 viel Honig, etwas Vanille, helle Früchte und eine leichte florale Note mit. Alles daran wirkt rund und angenehm weich. Und genau deshalb braucht dieser Whisky eigentlich gar nicht viel Drumherum.

Ein großes Glas. Eis. Mehr braucht es manchmal nicht.

Aberfeldy Honey Rocks – Extrem simpel und genau deshalb so gut

Ein Glas des Aberfeldy Honey Rocks.

Zutaten:

  • 5 cl Aberfeldy 12
  • 1 großer Eiswürfel oder mehrere große Eiswürfel
  • optional: ein kleiner Spritzer Mineralwasser
  • Orangenzeste

Zubereitung:

Aberfeldy 12 in ein Tumblerglas über große Eiswürfel gebe. Wer möchte, ergänzt einen kleinen Spritzer kaltes Mineralwasser, um die floralen und honigsüßen Noten noch etwas leichter wirken zu lassen. Mit einer Orangenzeste garnieren.

Der Drink bleibt weich, mild und unglaublich entspannt, perfekt für warme Abende, an denen niemand mehr irgendwo hinmuss. Das hier ist kein Party-Whisky. Das ist der Whisky für den Moment, wenn der Sommerabend eigentlich schon perfekt ist.

Vielleicht war Whisky nie das Problem

Vielleicht liegt es gar nicht daran, dass Whisky „zu schwer“ für den Sommer ist. Vielleicht haben viele von uns einfach jahrelang das falsche Bild davon gehabt. Ich am Anfang sicherlich eingeschlossen.

Denn sobald man sich von dieser Vorstellung löst, dass Whisky immer rauchig, ernst und kompliziert sein muss, passiert etwas Überraschendes. Er funktioniert plötzlich erstaunlich gut an warmen Abenden. Nicht als schwerer Kamin-Drink, sondern als Highball mit viel Eis, als frischer Whisky Sour oder einfach entspannt auf der Terrasse, während irgendwo noch die letzte Sonne auf den Tisch fällt.

Und genau darum ging es mir bei diesen fünf Flaschen.

Nicht um die seltensten Abfüllungen. Nicht um Whisky-Wissen zum Angeben. Sondern um Whiskys, die im Sommer Spaß machen.

Vielleicht ist Monkey Shoulder genau der Einstieg für euch. Vielleicht wird Nikka Days plötzlich der neue Sommer-Highball. Oder vielleicht merkt man mit Aberfeldy 12 einfach, dass ein guter Whisky manchmal gar nicht mehr braucht als Eiswürfel und einen freien Abend.

Am Ende ist Sommer sowieso selten perfekt geplant. Die besten Abende entstehen meistens spontan, das ist uns allen bewusst. Aber vielleicht möchtet ihr für den nächsten spontanen Abend vorbereitet sein, dann schaut doch mal rechtzeitig in der Kategorie Whisky vorbei. Diesen tollen „Sommer-Whiskys“ findet ihr dort ganz sicher. Und auch viel weitere Zutaten für eure Drinks. Der Sommer kommt und wir haben das Zeug dazu!

Und vielleicht steht diesmal eben Whisky auf dem Tisch.

Zum Wohl! Sláinte!

Euer Felix